Peyton Parker
Sexgeschichten
Erotische Träume
Es war schon lange nach Mitternacht, als Cathryn endlich einschlief. Stundenlang hatte sie sich im Bett herumgewälzt, stundenlang gequält mit sinnlosen Gedanken über Jamie und die Art, wie er es getan hatte – das scheinbar völlig ungerührte Eingeständnis seiner Affäre, die halbherzige Entschuldigung… Es war nicht das erste und es wäre wohl nicht das letzte Mal gewesen, und so war sie so ziemlich gezwungen gewesen, sich von ihm zu trennen, wenn sie nicht den endgültigen Verlust ihrer Würde in Kauf nehmen wollte.
Wieder zu Hause angekommen, hatte sie sich auf ihr Bett geworfen, und seit diesem Zeitpunkt lag sie dort auf der Seite, das Gesicht in den Armen vergraben, ohne sich zu rühren oder überhaupt nur das mindeste Anzeichen einer menschlichen Regung von sich zu geben. Angeachtet ihres aufgewühlten Inneren war sie nun in einen tiefen, traumlosen Schlaf gefallen, und kein Zucken, keine noch so winzige Bewegung verriet, dass hier ein lebendiger Mensch statt einer riesigen, tränenverschmierten Puppe lag.
Als Cathryn wieder erwachte, war es stockdunkel. Sie griff neben sich und tastete nach der Lampe, die neben dem Bett stand, als sie erkannte, dass sie gar nicht in ihrem Bett lag. Alle Erinnerungen an den letzten Abend waren schlagartig wieder da, und plötzlich durchfuhr es sie wieein Blitz – das Licht war angeschaltet gewesen, als sie sich hingelegt hatte, als sie sich hingelegt hatte auf ihr Bett, in ihrem Zimmer, und nun – Jetzt merkte sie auch, wovon sie wach geworden war: Ein gedämpftes Dröhnen, das sie erst nun, nach den Sekunden des Schocks, gewahr wurde, und welches sie überhaupt nicht zuordnen konnte. Auf einmal gab es eine heftige Erschütterung, und Cathryn wurde unsanft gegen die Wand geschleudert. Sie setzte sich auf, und nun endlich begriff sie, wo wie war: Auf einem Schiff. Mit dieser Erkenntnis drangen plötzlich auch all die anderen Eindrücke in ihre Gedanken, die sie zunächst völlig ignoriert hatte: Die niedrige Decke, die schemenhaften Umrisse von einigen riesigen Kisten, die rechts von ihr aufgestapelt waren, der dumpfe, faulige Geruch von altem Holz, deutlich wahrnehmbar vermischt mit dem nach Salz und Meer und frischer Luft, und außerdem irgendwo über ihr ein gedämpftes
Stimmengewirr. Cathryns Herz begann zu rasen. Was war passiert? Ihren ersten und logischsten Gedanken, nämlich den, dass sie einfach nur träumte, hatte sie längst verworfen. Sie hielt nichts von den einschlägigen Mitteln – auch ohne sich selbst in den Arm zu zwicken erkannte sie sehr gut, dass sie nicht schlief, sondern sich im Gegenteil in einer erschreckend realen Welt befand. Zu deutlich stach der Modergeruch in ihre Nase, zu deutlich schmerzte ihr ganzer Körper von ihrem Aufprall. Die Stimmen wurden lauter. Cathryn merkte erschrocken, wie sie immer näher kamen, und instinktiv rutschte sie mit dem Rücken noch näher an die Wand heran. Ganz deutlich konnte sie die leichten, rhythmischen Vibrationen spüren, die die – wahrscheinlich ziemlich großen – Wellen an der Schiffswand verursachten. Die Tür flog auf, ein Schwall von grellem Licht und ein halbes Dutzend Männer quollen herein – und blieben dann wie angewurzelt stehen. Ein paar Sekunden sagte keiner von ihnen etwas, so unerwartet war die Begegnung. Dann plötzlich und ohne Vorwarnung brüllten sie los. Cathryn verstand kaum etwas davon, obwohl sie ihre Sprache zu sprechen schienen, nur irgendwie eine seltsame, sehr raue Abart davon. Ein scharfer Befehl durchschnitt das immer lauter werdende Stimmengewirr, und plötzlich stürzten zwei oder drei auf sie zu, rissen sie brutal an den Armen nach oben und stießen sie dann zur allgemeinen Begutachtung in ihre Mitte. Cathryn stolperte ein paar Schritte, bis sie sich wieder gefangen hatte und stehen blieb. Als sie wieder aufsah, merkte sie, dass sie sich so dicht vor einem der Männer befand, dass sie seinen Atem auf ihren Wangen spüren konnte. Sie wollte hastig zurücktreten – irgendetwas sagte ihr, dass das der Respekt gebieten würde – aber sie war wie
gelähmt. Eine seltsame Faszination ging von ihm aus. Er stand breitbeinig vor ihr, die Arme vor der Brust verschränkt, mit langem, dunklem, einigermaßen verfilzten Haar. Das Gesicht hingegen war glatt und fast faltenlos; er hatte, abgesehen von den kurzen schwarzen Stoppeln überall, auch keinen Bart. Dafür eine tiefe, recht frische Narbe, die von seiner Stirn über die Brauen bis zu seiner rechten Wange lief. Die grauen Augen, die gerade damit beschäftigt waren, sie von oben bis unten zu mustern, blickten kühl und durchdringend, aber nicht böse.
Plötzlich trafen seine Augen auf die ihren. „Wo kommst du her? Bist du mit noch jemandem hier?!“, fragte er mehr neugierig als fordernd, und diesmal verstand Cathryn jedes Wort. Seine Stimme war nicht besonders tief, kräftig und scheinbar den Befehlston gewohnt. „Nein… Ich weiß nicht, ich… Ich bin zu Hause eingeschlafen und… Ich bin vorhin aufgewacht und war hier…
irgendwie…“, stotterte Cathryn völlig verwirrt. Sie hatte nicht damit gerechnet, angesprochen zu werden. Eine Stimme hinter ihr rief leise und zischelnd: „Hauen wir sie raus, den Fischen zum Fraß; sie hat hier nichts zu suchen!“ „Ich will wissen, wo du herkommst, und lüg mich nicht an!“, sagte ihr Gegenüber, diesmal eine Spur härter. Aber die Angst hatte ihre Kehle fast zugeschnürt; Cathryn brachte kaum mehr ein Krächzen heraus. Irgendjemand hinter ihr packte sie an den Haaren und drehte sie um; der, der ihr jetzt gegenüberstand, knurrte sichtbar wütend: „Sag dem Käpt’n die Wahrheit, Weib, sonst hau ich dir deine dreckige Fresse voll!“
Die Beleidigung hatte ihr die Sprache zurückgebracht; Cathryn riss sich los und schrie mit dem Mut der Verzweiflung: „Ich weiß es nicht! Seh’ ich so aus, als wäre ich gerne hier?! Ich weiß es nicht, habt ihr es gehört?!! Ich weiß nicht, wo ich bin, wer ihr seid, und was ich hier soll!“
Schwer atmend drehte sie sich wieder zum dem Kapitän um. „Ich…“, setzte sie an, nun wieder etwas gefasster, aber der winkte ab und befahl ihr, ruhig zu sein. Eine kurze Geste von ihm, und Cathryn wurde erneut ergriffen, und diesmal, etwas weniger grob, in die hintere Ecke des Raumes befördert.
„Was machen wir mit ihr, Janek?“, hörte sie den fragen, der ihr vorhin „die Fresse voll hauen“ wollte. „Wenn du mich fragst, sie ist ’n Spion oder so was… die wollen wissen, wo wir unser Lager haben, und uns dann fertigmachen!“ Lautes, zorniges Gegröle folgte seinen Worten. Aber der Kapitän, Janek, schüttelte den Kopf. „Sie hat keine Ahnung, das sehe ich. Aber sie ist
trotzdem ein Problem hier auf Deck.“ Darüber entbrannte eine heftige Diskussion, und Cathryn war froh, dass sich die allgemeine Aufmerksamkeit für eine Weile von ihrer realen Person abwandte. Die meisten waren dafür, sie auf direktem Weg in das Wasser zu befördern, bekam sie mühsam und nicht ohne Besorgnis mit, einige machten derbe, anzügliche Witze über sie und ihre Kleidung, nur Janek sagte kaum etwas dazu. Im Laufe des Streitgesprächs erfuhr sie dann, dass der, der sie für einen Spion hielt, Kunter hieß und der Vorstellung eines weiblichen Feindes
anscheinend gar nicht ganz abgeneigt war, dass der mit der zischelnden Stimme Unnald war und sie schon jetzt zu hassen schien und schließlich, aufatmend, dass sie nicht völlig dem Verderben ausgeliefert war – der Koch, Marek, schlug vor, sie könnte ihm bei der Nahrungszubereitung zur Hand gehen, bis sie wieder an Land gingen. Janek schien die Idee zwar nicht zu gefallen, aber sie wurde von ihm akzeptiert. Er kam zu ihr und bedeutete ihr, aufzustehen. Fügsam erhob sich Cathryn, und der Kapitän sagte: „Du darfst erstmal hier bleiben; dafür arbeitest du. Du tust, was die Mannschaft dir sagt, und dabei schuldest du im Besonderen mir und Marek absoluten Gehorsam. Verstanden?!“ Cathryn nickte langsam, vollkommen fassungslos von den Ereignissen, die sie in den letzten Minuten überrollt hatten.
„Gut. Und jetzt raus mit dir, wir haben zu tun!“ Janek packte sie am Arm und wies auf Marek, der hinter ihm stand und auf sie zu warten schien. Als der Kapitän sie wieder losließ, berührte seine Hand ihre Brust, und eine Sekunde lang hätte Cathryn schwören können, dass er sanft darüber strich. Dann war die Sekunde vorüber; Janek hatte sich abgewandt und sie folgte Marek hinaus auf Deck.
Einige Schritte weiter befand sich eine Luke im Boden; Marek stemmte sie auf und gebot ihr mit einem Kopfnicken, in das gähnende schwarze Loch herunterzusteigen. Cathryn zögerte. Sie wollte nicht mit einem dieser grobschlächtigen, nicht ungefährlich wirkenden Männer allein in der Dunkelheit sein.
„Mädchen!“, hörte sie Marek plötzlich sagen. „Ich will dir nichts Böses. Da bin ich vielleicht einer der wenigen hier. Ich glaube nicht, dass du mit bösen Absichten hergekommen bist. Aber, warum dus auch immer getan hast - Tatsache is, dass du hier störst. Und wenn du weiterleben möchtest, dann rat ich dir: Mach dich nützlich. Hilf mir jetzt. Und sei verdammt noch mal nicht zimperlich.“ Trotz seiner wenig aufbauenden Worte hatte Mareks Stimme etwas Beruhigendes für sie. Cathryn spürte, dass ihr von ihm keine Gefahr drohte, ja, dass er vielleicht der einzige Freund auf diesem Schiff für sie werden würde.
Cathryn nickte leicht, atmete tief ein und setzte dann den Fuß auf die steilen Stufen unter ihr.
Die nächsten Tage verliefen sehr anstrengend für Cathryn. Man hatte ihr einen kleinen Raum unten im Schiff zugewiesen, gleich neben dem, in dem sie damals aufgewacht war, nachdem sie auf so unerklärliche Weise hierher geraten war. Dieser Verschlag schien ursprünglich zur Lagerung von Kleidern genutzt worden zu sein, die die Piraten von ihren Beutezügen mitgebracht hatten und nicht brauchten. Sie waren in Säcken verstaut, die überall herumlagen und -standen. Cathryn hatte ein paar von ihnen gestapelt und sich so eine einigermaßen annehmbare Schlafstatt gebaut. Ansonsten befand sich außer Staub und Dreck nichts in dem Zimmer. Wenigstens war sie hier allein, und – weil die Zimmer der Männer weiter weg lagen – meist von Ruhe umgeben, wenn sie sich abends wie gerädert von den Anstrengungen des Tages schlafen legte. Cathryn war nur froh, dass die berüchtigte Seekrankheit sie verschont hatte; sie hätte nicht gewusst, wie sie sonst auf diesem Schiff auskommen hätte sollen.
Von früh bis spät war sie auf den Beinen. Es hatte nicht lange gedauert, bis Marek sie in die grundlegenden Dinge der Nahrungszubereitung eingeführt hatte. Ständig musste sie durch die Gegend laufen, Zutaten für Marek oder – vor allem - Wein für die Männer aus dem Schiffslager hoch holen, beim Zubereiten der einfachen Speisen helfen, die Schiffsküche oder den Mannschaftsraum nach einer Mahlzeit aufräumen und sauber machen. Nach und nach lernte sie das gesamte Schiff kennen und war beeindruckt von seiner Größe und Ausstattung. Mit jedem neuen Raum, den sie entdeckte, wuchs ihre Verwunderung. Sie kannte sich zwar nicht besonders gut aus, aber ein Piratenschiff hatte sie sich immer anders vorgestellt. Als sie Marek darauf angesprochen hatte, hatte der nur gegrinst und gesagt: „War auch nicht immer unsers. Gehörte eigentlich ma dem Graf Burrington. Aber dann hat der Käpt’n gefunden, dass wir es mehr brauchen als er.“
Mit Marek freundete sie sich immer mehr an. Er war meist freundlich, beantwortete ihre vielen Fragen und schien sie sogar recht gern zu haben. Ganz im Gegensatz zum Rest der Mannschaft, bei denen sie ständig das Gefühl hatte, lieber unter als auf dem Schiff gesehen zu werden. Besonders schlimm waren Unnald und Veit. Wenn sie gerade einmal nicht damit beschäftigt
waren, ihr bösartige Kommentare zuzuwerfen, hockten sie im Mannschaftsraum und tranken Unmengen Wein. In betrunkenem Zustand wurden sie noch unerträglicher, und dann schlug ihre Verachtung oft um in diesen halb anzüglichen, halb begehrlichen Spott, den sie nur zu gern durch körperlichen Kontakt zu untermalen pflegten.
Cathryn versuchte ihnen so gut es ging aus dem Weg zu gehen, aber oft war es einfach nicht zu vermeiden. So zum Beispiel, wenn sie Wein und Schnaps nachfüllte - dann konnte sie nichts dagegen tun, wenn Unnalds Hand auf ihren Brüsten zu liegen kam oder Veit sie an den Beinen zu sich heranzog. Glücklicherweise waren solche Begegnungen eher selten, und wenigstens die
anderen behandelten sie wenn schon nicht mit Respekt, so doch zumindest mit wohlwollender Duldung.
Nur einen sah sie fast nie: Den Kapitän, Janek. Ihm stand der Luxus einer Einzelkajüte zu, und dort hielt er sich oft und lange auf. Zweimal am Tag gab es Essen im Mannschaftsraum, und das waren meist die einzigen Gelegenheiten, dass sie ihn zu Gesicht bekam. Aus irgendeinem Grund freute sie sich jedes Mal darauf, auch wenn Janek mit keiner Regung erkennen ließ, dass er in ihr irgendetwas anderes sah als einen bloßen Handlanger Mareks. Manchmal ertappte sich Cathryn dabei, wie sie versuchte, seinen Blick einzufangen – aber irgendwie schaute Janek immer in eine andere Richtung. Nahm er sie überhaupt wahr? Cathryn war sich nicht sicher, und das machte sie traurig.
Am dritten Abend, als sie gerade nach unten gekommen war, stand plötzlich Janek in der Tür. „Käpt’n?“, fragte Cathryn vorsichtig. Sie hatte inzwischen gelernt, dass sie in seiner Gegenwart nicht viel mehr sagen durfte, bis er es ihr erlaubte. Nicht als Untergebener, und schon gar nicht als Frau.
„Zieh dir etwas anderes an.“, sagte Janek ruhig und als wäre es das Selbstverständlichste der Welt. „Ich… ich habe nichts anderes.“, antwortete Cathryn, schon wieder völlig verwirrt von ihm und seiner Erscheinung. Janek trat einen Schritt vor, zu einem der Säcke, die an der Wand
standen. Er öffnete ihn und zog das oberste Bündel heraus. „Das, was du anhast, sieht seltsam aus. Es ist ungeeignet für deine Arbeit. Such dir so etwas heraus. Irgendwas von dem Zeug passt dir mit Sicherheit.“ Dabei hielt er das Kleid hoch, was er gerade geholt hatte, und betrachtete es prüfend. „Es ist aber doch meine Kleidung. Das einzige, was mich noch an zu Hause erinnert…“, erklärte Cathryn leise.
Janek ließ seinen Arm sinken. Sein Blick wanderte zu ihr und blieb dort hängen. „Du hast Hosen an. Frauen können keine Hosen anziehen. Das ist lächerlich.“, meinte er schließlich stirnrunzelnd.
Cathryn holte tief Luft. Sie wollte widersprechen, aber erneut wat ihre Kehle wie zugeschnürt. Sie, die nie um einen Kommentar verlegen war, fand keine Worte. Stumm streckte sie die Hand aus und nahm das Kleid, das Janek in der Hand hielt, an sich. Sie ließ es vor sich auf den Boden fallen. „Ich möchte mich umziehen, Käpt’n…“, begann sie, während sie den Reißverschluss ihrer Hose öffnete. Janek schwieg. Langsam schob sie die Jeans nach unten, und während die nach
unten rutschende Hose Stück für Stück den Blick auf ihre Unterwäsche freigab, wünschte sie sich mit klopfendem Herzen, dass Janek endlich verschwinden würde aus ihrer Kabine – und zugleich nichts sehnlicher, als dass er bleiben und sie in den Arm nehmen würde.
Cathryn sah, wie Janeks Blick hängen blieb an dem leuchtend roten, spitzenbesetzten Dreieck zwischen ihren Schenkeln. Ihre Jeans lag am Boden. Janeks Brust hob sich und er atmete mühsam ein. Cathryn errötete, und auch ihr fiel das Atmen zunehmend schwerer. In diesem Moment verzog sich das Gesicht des Kapitäns zu einer wütenden Grimasse. „Weiber!“, fluchte er, und dann spuckte er vor ihr auf den Boden. Cathryn riss die Augen auf, doch bevor sie noch ein Wort sagen konnte, ertönte ein lauter, aufgeregter Ruf von oben: „Die Männer des Königs!“
Janeks Augen schienen plötzlich Feuer zu sprühen. „Du bleibst hier unten!“, befahl er mit einer Stimme, die Cathryns Herz gefrieren ließ. „Einen Schritt nach oben, und du lebst keine Minute länger, das schwöre ich dir!“ Mit diesen Worten drehte er sich um und rannte nach oben. Cathryn blieb zurück wie in Trance. Marek hatte ihr erklärt, was das bedeutete. Sie waren den Soldaten des Königs begegnet – und das bedeutete Krieg. Entweder die Piraten würden das gegnerische Schiff entern, oder sie würden den Kampf verlieren. Den Kampf, und mit ihm jedes einzelne Lebewesen der Besatzung. Die Engländer waren nicht zimperlich, wenn es um räuberische, verwahrloste und zudem bewaffnete Verbrecher auf ihrem Territorium ging. Cathryn nahm das Kleid, das vor ihr lag, und presste es an sich. Als der Lärm oben anschwoll, und sie erste Schüsse hörte, hockte sie sich auf den Boden, hielt sich die Ohren zu und begann, leise zu wimmern.
Es kam ihr vor, als wären Stunden vergangen. Plötzlich ertönten polternde Schritte und die Tür zu ihrer Schlafstatt wurde aufgerissen. „Du hast das Kleid ja immer noch nicht angezogen!“, begrüßte sie der Kapitän, der ihr auf den ersten Blick ziemlich ramponiert, aber trotzdem stolz erschien. „Es waren nur eine Handvoll Männer. Wir sind ohne Probleme mit ihnen fertig geworden.“, erklärte Janek schließlich und musterte die angstvoll am Boden kauernde Gestalt vor ihm grinsend. „Wir hatten Glück – und sie hatten Vorräte.“ Dann hob er die Hand. „Hier. Fang.“ Er warf einen kleinen Gegenstand in Cathryns Richtung und sein Grinsen wurde noch ein Stück breiter. „Für dich war auch was dabei.“ So schnell, wie er gekommen war, verließ er den Raum wieder. Cathryn blickte in ihre Hand. Ein roter Stein schimmerte in dem wenigen Licht, was durch die hölzernen Wände des Schiffs drang. Er war eingefasst in einen schmalen, goldenen Ring. Cathryn lächelte zum ersten Mal an diesem Tag. Dann schüttelte sie den Kopf und schloss die Hand um das Schmuckstück. Sie würde nichts tragen, was mit dem Blut unschuldiger Menschen besudelt war. Und trotzdem… Janek hatte ihr ein Geschenk gemacht.
Am Abend gab es ein Gelage unter Deck. Auf dem groben Holztisch türmten sich die erbeuteten Nahrungsmittel: Hühnchen, Fasanen und Tauben, von Marek gebraten und einigermaßen essbar zubereitet, Weintrauben und Äpfel, die von der Mannschaft allerdings weitestgehend ignoriert wurden, sowie die rätselhafte Süßspeise, die wie Pudding aussah, und von der anscheinend
niemand genug kriegen konnte. Janek hatte zur Feier des Tages das beste, weil älteste Weinfass freigegeben, und Cathryn kam gar nicht hinterher damit, die Becher aufzufüllen. Es dauerte nicht lange, da war der Großteil der Männer betrunken. Immer lauter grölten sie, brüsteten sich mit allen möglichen Heldentaten, die sie vorhin im Kampf begangen hatten oder begangen haben
wollten, sie trieben Cathryn immer mehr zur Eile an, wenn sie wieder hinausgehen musste, um die Weinkanne aufzufüllen. Es war mittlerweile schon die neunte Runde. Cathryn kam herein und begann bei Janek, den Becher wieder voll zumachen. Obwohl er mindestens genauso viel getrunken hatte wie seine Mannschaft, merkte man ihm das kaum an – er war ruhig geblieben, als seine Männer begonnen hatten, herumzuschreien, und im Gegensatz zu ihnen quittierte er Cathryns Dienst auch hin und wieder – meist ein Blick oder eine Geste, die zwar nicht gerade dankbar war, aber ihr doch zeigte, dass sie wahrgenommen wurde. Auch jetzt wieder nickte
Janek ihr leicht zu, und Cathryns Herz schlug heftiger. Bevor er die Röte bemerken konnte, die auf einmal in ihre Wangen schoss, ging sie weiter. Kunter und Stifan, dann Janosch. Gilbert war bereits eingeschlafen, den halbvollen Becher noch in der Hand; den ließ Cathryn aus. Als sie Unnald einschenken wollte, spürte sie plötzlich seine Hand an ihrem Bein. Cathryn erschrak, und
ihre Hand begann zu zittern. „Schön weitermachen!“, vernahm sie Unnalds drohende Stimme an ihrem Ohr, und Cathryn goss gehorsam weiter. Mit jedem Tropfen, der in den Becher rann, fuhr die Hand höher an ihrem Bein. Ihr Rock schob sich hoch, und dann fühlte sie, wie Unnald ihre Unterhose erreichte, wie sich die dicken, rauen Finger darunter zwängten und begannen, ihren Unterleib zu begrapschen…
Und dann nahm er sie und riss sie auf seinen Schoß, sorgsam darauf bedacht, dass der Rock oben blieb, und scheinbar leutselig rief er: „Na, willst du dich nicht mal kurz ausruhen, kleines Weib, und mit uns feiern?!“
Alles am Tisch lachte, sogar Janek lächelte kurz, und während sich jeder wieder seinem Wein zuwandte, redete Unnald weiter, diesmal nur für Cathryn hörbar und seltsam gepresst: „Wenn du ein Wort sagst, dreh ich dir den Hals um!“ Er drückte ihr seinen Becher in die Hand und befahl ihr, zu trinken, und während Cathryn zitternd den Becher an den Mund setzte, merkte sie, wie er hinter ihr an seiner Hose herumfummelte; die Beule unter ihr schwoll rasch an, und schon spürte sie, wie er sein feuchtes Glied zwischen ihre Beine presste. Jetzt hielt Cathryn es nicht mehr aus. Angeekelt sprang sie auf, runter von Unnald, und schüttete ihm den Inhalt des Bechers ins Gesicht. Tränen rannen über ihre Wangen, und sie nahm nur noch verschwommen wahr, wie
die rote Flüssigkeit über sein Gesicht, den dicken Bauch und schließlich das fleischige Etwas in seinem Schoß troff… Eine kurze Schrecksekunde, dann begann Unnald plötzlich zu lachen, laut und anzüglich, und alle stimmten mit ein. Cathryn drehte sich nicht um, als sie heraus rannte. „Nur weg, nur weg…“, dachte sie, und als sie sich Minuten später auf die groben, unbequemen Säcke ihrer Schlafstatt warf, hoffte sie inständig, beim nächsten Aufwachen wieder zuhause, in ihrem Bett zu liegen.
Es waren vielleicht zwei oder drei Stunden vergangen. Cathryn konnte nicht schlafen. In einem halbwachen Dämmerzustand lag sie da, hörte die fernen Geräusche des Saufgelages und versuchte, das Geschehene aus ihren Gedanken zu verdrängen. Noch schlimmer war die Angst. Cathryn wusste, dass sie Unnald nicht ewig aus dem Weg gehen konnte. Irgendwann würde er sie kriegen, würde er sie vergewaltigen, und keiner auf diesem Schiff, keiner aus diesem Haufen verrohter Piraten würde auch nur versuchen, ihr zu helfen. Stattdessen würde Unnald vielleicht nur ein Beispiel geben, eine gute Idee, um die Zeit zu überbrücken bis zum nächsten Hafen, wo sie von Bord und in die nächsten Bordelle strömen konnten…
So hörte Cathryn sie schon von weitem – die schwankenden Schritte von Betrunkenen, ihr Lallen und Lachen… Die Tür ging auf, und Unnald, Gilbert und Veit stolperten herein. Cathryn wollte schreien, aber mit einer für seinen Zustand erstaunlich behänden Bewegung war Veit bei ihr und hielt ihr den Mund zu. Gilbert starrte sie nur mit glasigem, verwirrten Blick an. Als er näher kommen wollte, fuhr ihn Unnald erbost an: „Du passt auf die Tür auf!“ Gilbert wich zurück und beschränkte sich nun darauf, Cathryn so gut es eben ging mit den Augen zu verschlingen.
Dann wandte Unnald sich ihr zu. „So, und nun kannst du dich nicht mehr wehren, du kleines Miststück!“, rief er wütend und erregt zugleich. Er kniete sich zu Boden, rutschte auf sie zu und begann, ihr Kleid von oben aufzureißen. „Du Kröte!“, keuchte er dabei, „Du kleine unwürdige Schlampe…“ Seine Hände schlossen sich um ihre Brüste und bearbeiteten sie so hart, dass
Cathryn vor Schmerz aufschreien wollte. Aber Veit hielt ihren Mund mit der einen Hand fest umschlossen, während die andere in seine Hose wanderte, erregt von ihren Brüsten, die nun nackt und weiß vor seinem Auge standen. Cathryn strampelte und wimmerte, versuchte Veit in die Hand zu beißen und ihr Bein in Unnalds Bauch zu rammen, aber die Männer waren einfach stärker. Als sie immer noch nicht aufhörte, sich zu wehren, versetzte ihr Unnald, ungeduldig geworden, einen derart heftigen Schlag auf den Kopf, dass Cathryn für eine Weile gar nichts mehr merkte. Ihr Widerstand erschlaffte plötzlich, und nun gab es für Unnald kein Halten mehr. Undeutlich nahm Cathryn wahr, wie er in seine Hose griff, sein Glied herauszog und versuchte, es
zwischen ihre Beine zu stoßen, aber sie hatte einfach keine Kraft mehr, sich zu wehren. Plötzlich ging die Tür ein zweites Mal auf, Gilbert flog, völlig überrascht, zu Boden und schlief dort sofort ein, und dann stand Janek im Raum. Sein Blick fuhr von dem erschrockenen Veit, der inzwischen beide Hände an sich gelegt hatte, über Cathryn, die mit zerrissenem Kleid und halboffenen
Augen am Boden lag bis hin zu Unnald, der über ihr kniete. Dann brüllte Janek plötzlich los, wie ihn Cathryn noch nie hatte brüllen hören. „Raus! Alle! Sofort! Und wenn ihr das noch einmal auch nur versucht, dann werf ich euch den Fischen zum Fraß vor!“ Unnald murrte, aber ein Blick auf Janeks wutentbranntes Gesicht ließ ihn gehorchen. „Und nehmt den da mit!“, fauchte Janek und zeigte auf den zu seinen Füßen liegenden Gilbert. Veit zog ihn hoch und schleifte ich hinter sich her, und ohne ein weiteres Wort verschwanden die drei. Janek kam zu Cathryn und schüttelte sie leicht. „Und du?!“, sagte er, nun schlagartig leise geworden, mit rauer Stimme. Cathryn antwortete nicht. Janek beugte sich über sie, und seine grauen Augen hatten einen rätselhaften Ausdruck. „Geht es dir gut?!“, fragte er noch einmal, und Cathryn nickte mühsam. Da richtete sich Janek wieder auf. Sein Blick blieb auf ihren entblößten Brüsten hängen, und er stockte. Doch dann ging er hinaus, ohne sich auch nur noch einmal nach Cathryn umzusehen.
Cathryn klopfte an die Tür. Niemand antwortete. „Bitte, Käpt’n, lassen Sie mich herein!“, rief sie leise und flehend. Kunter und Stifan grinsten. „Bitte – ich will Ihnen doch nur danken für… für –„
Da öffnete sich die Tür. Cathryn trat ein. Hinter ihr machte Janek die Tür wieder zu und stellte sich genauso hin wie damals, bei ihrer ersten Begegnung: breitbeinig, mit verschränkten Armen und demselben abschätzigen Gesichtsausdruck wie damals. „Ich – ich möchte Ihnen danken für gestern Abend.“, sagte Cathryn leise. „War es das?!“, fragte Janek unfreundlich. Völlig verwirrt
schüttelte sie den Kopf.
„Verschwinde hier, sonst passiert dir dasselbe gleich noch einmal!“, schrie er plötzlich. Erschrocken wich Cathryn zurück. „Wa-warum, was…
Was meinen Sie?!“, fragte sie verständnislos. Janek schüttelte den Kopf. „Verstehst du nicht, dass du nur Ärger machst? Eine Frau unter einem Haufen Männern, das geht nicht! Wir waren fünf Monate auf See, da wirkt der Anblick einer Frau… einer solchen Frau…“ Zum ersten Mal erlebte Cathryn es, dass Janek nicht weiter sprechen konnte. Dass er keine Worte fand. „Hau ab!“, rief er dann wieder, „Hau ab, sonst…“
Und da endlich begriff Cathryn. Wieder begann ihr Herz, schneller zu schlagen, und wieder stieg eine Röte in ihrem Gesicht auf, die für jeden beinahe instinktiv zeigte, was in ihr vorging. Alle Angst war plötzlich von ihr abgefallen. Sie trat auf Janek zu, ganz nah an ihn heran, und flüsterte: „Sonst?“ Ihre Hände berührten seine Schultern, hielten ihn fest. Langsam und deutlich widerwillig streckte auch Janek seine Arme aus. In seinen Augen flackerte es. „Wer sagt denn, dass auch du nicht darfst, was Unnald nicht darf?!“, flüsterte Cathryn. „Du bist der Kapitän…“
Janek registrierte die auffällige Unhöflichkeit der Anrede kaum noch. Mit zitternden Fingern begann er, Cathryns Kleid aufzuknöpfen. Sie lächelte und wehrte ab. Stattdessen zog sie ihn nach hinten, auf sein Bett, und dort öffnete sie seinen Gürtel, zog ihm langsam und zärtlich die Hose herunter, die Stiefel. Unter der Hose hatte Janek eine weitere Hose an, eine dünnere, die
sein anschwellendes Glied kaum verbergen konnte. Cathryns Hände wanderten in die Richtung dieses auffällig großen Hügels, und sie stellte fest, dass ihre Hände kaum ausreichten, ihn zu bedecken. Janek richtete sich auf und zog Cathryn von sich herunter, legte sie auf den Rücken und begann, ihre Brüste zu bearbeiten – ungleich vorsichtiger, als Unnald es getan hatte. Cathryn schob ihm auch die zweite Hose herunter, und Janek stöhnte leise, als sich sein riesiges Glied zu voller Größe aufrichtete. Er sank langsam nach unten, und die Spitze des Gliedes schob sich an ihren Schenkeln entlang, bis sie am Unterkleid ankam und nicht weiterkonnte. Cathryns Unterleib begann zu glühen und sie merkte, wie sie feucht wurde. Janek stieß sein Glied nach vorne, ein-, zweimal. Es glitt in seiner vollen Länge über das Unterkleid, unter dem ihre heiße
Scheide lag. Cathryn konnte sich nicht mehr beherrschen, und riss sich das Kleid vom Leib. Janek half ihr, und als er sich über sie beugte, die Träger zu lösen, kam sein pochendes Glied auf der Stelle zwischen Bauch und Scheide zu liegen, an der Cathryn so empfindlich war. Sie wand sich vor Lust und begann nun ihrerseits mit einer rhythmischen, unwillkürlichen Bewegung. Nun wurde auch Janek immer heftiger. Sein Glied fuhr nun direkt auf ihrem Unterleib entlang, von der kleinen kugelförmigen Erhebung vorn über die Schamlippen bis nach hinten, wo das kleine, feuchte Loch zuckend darauf wartete, gefüllt zu werden… Cathryn nahm sein Glied in die Hand und leitete es herein. Janek fuhr zurück, entglitt ihren Händen, nur um dann umso heftiger wieder vorzustoßen. So pressten sie Becken an Becken, vor und zurück, vor und zurück…

